Geförderte Projekte

Bauen auf den Philippinen

Ein Großteil der philippinischen Bevölkerung lebt ohne Strom- und Wasserversorgung in einfachen Hütten abseits der großen Städte. Viele dieser Hütten sind Bambuskonstruktionen mit teils provisorischen Wellblechdächern, die Gefahr laufen, vom nächsten größeren Sturm abgedeckt zu werden. Hier setzt das Projektteam an und möchte in Zusammenarbeit mit Beloved e.V. und dem Architekturbüro Atelier Kaiser Shen eine Anleitung zum nachhaltigen und zugleich kostengünstigen Bauen konzipieren, auf deren Grundlage ein Prototyphaus für benachteiligte Familien entstehen soll. Ziel dabei ist sowohl die Bereitstellung sicheren und bezahlbaren Wohnraums als auch die Durchbrechung des Kreislaufs von Armut und Umweltverschmutzung. Die Ergebnisse des Projekts sollen in einer kleinen Ausstellung präsentiert werden.

Projektverantwortliche: Simon Grothkopp, Rhabanus Kaehler

Ansprechpartnerin: Spela Setzen

Koexistenz bei der St. Maria Kirche

Der Rupert-Mayer-Platz bei der St. Maria Kirche könnte ein urbaner Treffpunkt par excellence sein – seine zentrale Lage und die sozial vielschichtige Umgebung sprechen für ihn. Ziel des Projektes ist es daher, am Rupert-Mayer-Platz eine Gelegenheit für die Koexistenz unterschiedlichster sozialer Gruppen zu schaffen und dabei zu untersuchen, welche Rolle die urbane Gestaltung im gemeinsamen und kooperativen Stadtleben spielt. Möglich machen will das Projektteam dies durch die Installation einer bewegbaren Plattform, auf der funktionale und beliebig platzierbare Formelemente puzzleartig zu Sitzgelegenheiten zusammengesetzt werden können. Dieses sogenannte „Parklet“ entstand bereits im Rahmen des universitären Seminars „LOKAL Schützenplatz“ und soll künftig als mobiles Wohnzimmer nicht nur Raum für offene Bürgerworkshops und Kulturveranstaltungen bieten, sondern auch einen Ort des Ideenaustauschs und Zusammenkommens aller Stuttgarter Bürger*innen.

Projektverantwortliche: Daria Patlai

Ansprechpartnerin: Spela Setzen

 

One Place, Many Views

Wir sind heute auf Plattformen wie Facebook, Instagram oder Snapchat einer andauernden Bilderflut ausgesetzt; die Welt um uns herum scheint zugleich in einer Vielzahl digitaler Abbildungen von ihr zu existieren. Unsere eigene Aufnahmefähigkeit würde bei weitem nicht ausreichen, Ordnung und Relevanz in all diese flüchtigen Bildinformationen zu bringen. Daher werden diese von diversen Plattformen und Programmen für uns vorselektiert und vorstrukturiert. Das Projekt "One Place, Many Views" nimmt diese Filterblasen zum Anlass, die eigentliche und oftmals verborgen bleibende Vielfalt unserer Perspektiven auf die Welt um uns herum und auf unsere eigene Lebenswelt aufzuzeigen. Hierzu werden 50 analoge Einwegkameras an Bewohner*innen des Stuttgarter Südens mit der Bitte verteilt, ihren Alltag in dem Stadtteil zu dokumentieren. Die 50 entstandenen perspektivischen Fotos sollen in einer Ausstellung auf dem Marienplatz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und im Rahmen einer Pubilkation veröffentlicht werden.

Projektverantwortlicher: Anton Aldinger  

Ansprechpartnerin: Spela Setzen

Website

Recycling Bewusstsein in Peru – Parallel Workshop

Das Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt, das derzeitige Management von kommunalen Siedlungsabfällen in Peru effizienter zu gestalten. Ermöglicht werden soll dies durch ein inklusives Recyclingcenter in der Gemeinde Comas, in welchem einerseits innovative Instrumente für das Abfallmanagement zum Einsatz kommen und andererseits unterschiedlichste Zielgruppen für das Potential von Recyclingverfahren sensibilisiert werden sollen. Hierfür plant das Team, bestehend aus jungen Architekt*innen und Ingenieur*innen aus Peru und Deutschland, zunächst den Bau einer Recyclinganlage und anschließend deren langfristigen und nachhaltigen Betrieb. Eine weitere Komponente des Projekts zielt auf die Förderung des Beziehungsaufbaus und des Austauschs von peruanischem und deutschem Wissen und Know-how. Hierfür planen die Projektmitglieder*innen einen parallel in Lima und Stuttgart stattfindenen – und teilweise live übertragenen – Workshop, der sich mit den Themen Nachhaltigkeit und Recycling beschäftigt. Ein wichtiger Bestandteil des Workshops wird es dabei sein, ein innovatives Souvenir aus überwiegend recycelten Materialien herzustellen und daran veranschaulichend auf das Prinzip der Kreislaufwirtschaft bei der Produktherstellung einzugehen.

Projektverantwortliche: Vanessa Bolivan Paypay, Dessiré Velez Cadillo

Ansprechpartnerin: Spela Setzen

 

Studieren ohne Grenzen

Der deutschlandweit aktive Verein "Studieren ohne Grenzen e.V.“ wird ehrenamtlich von Studierenden initiiert, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, andere Studierende in Krisengebieten, wie etwa im Kongo und in Sri Lanka, über Stipendien und persönlichen Kontakt in ihrem Studium zu unterstützen. Die Stuttgarter Lokalgruppe konzentriert sich in ihrer Unterstützungsarbeit auf Studierende in Afghanistan und fördert diese mit 75 Euro pro Person und Monat. Die so persönlich und finanziell geförderten Studierenden leisten durch ihr – im Gegenzug – erbrachtes Engagement in sozialen Projekten einen Beitrag zur friedlichen und nachhaltigen Entwicklung vor Ort. Um auf die politische und soziale Situation in Afghanistan aufmerksam zu machen und Spenden für die Studierenden zu sammeln, plant das Stuttgarter Team für Dezember ein Benefizkonzert mit regionalen Künstler*innen. Darüber hinaus ist die Erstellung neuer Info- und Werbematerialien geplant; auch um neue motivierte und engagierte Mitstreiter*innen für die wichtige Arbeit der Stuttgarter Lokalgruppe zu gewinnen. 

Projektverantwortlicher: Marco Pfahler

Ansprechpartner: Dominik Rudolph

ÜBEHAUS

Profimusiker*innen und Amateur*innen kennen und spüren die Problematik gleichermaßen: Beim Üben ihres Instruments in der eigenen Stadtwohnung klopfen schon bei den ersten Tönen die wütenden Nachbar*innen gegen die Wand. Proberäume in Großstädten sind Mangelware. Das ÜBEHAUS schafft hier Abhilfe und bietet als gemeinschaftlicher und städtischer Proberaum eine frei zugängliche Alternative, die das Üben direkt in den öffentlichen Raum verlegt und durch ihre Konstruktion als fliegender Bau an unterschiedlichsten Orten platziert werden kann und auch soll. Egal wer, egal ob Klassik oder zeitgenössische Musik: Das ÜBEHAUS stiftet Stadträumen durch musikalische Subkultur eine neue Identität und ermöglicht einen für alle Menschen geöffneten urbanen Musikdialog. Das Projekt möchte einen solchen nun auch in Esslingen und in Kooperation mit dem PODIUM Festival Esslingen ermöglichen und wird hierfür das ÜBEHAUS im Rahmen eines Workshops umziehen und neu aufbauen.

Projektverantwortliche: Larissa Haas

Ansprechpartnerin: Spela Setzen

Facebookseite

 

Wurm-Terra-Ponik-Anlage

Das Projekt möchte mithilfe von Kompostwürmern und einem automatischen Wasserkreislaufsystem Bioabfälle zu einer organischen Nährstofflösung zersetzen. Hierbei entsteht Ammoniak, welches durch Mikroorganismen zu Nitrit und anschließend zu Nitrat zersetzt wird. Die Nutzpflanzen absorbieren das Nitrat und weitere Nährstoffe aus der entstandenen Lösung für ihr Wachstum und ihre Fruchtausbildung. Der nicht absorbierte Teil wird gesammelt und erneut dem Wurmkomposter zugeführt. Der Kreislauf beginnt von neuem. Mit dem Bau einer solchen Wurm-Terra-Ponik-Anlage möchte die Projektgruppe einen Beitrag zu einer nachhaltigen Verwertung von Biomüllresten, zur Steigerung der Biodiversität und zu Erkenntnisgewinnen im Bereich des Vertical und Urban Gardening leisten. Dabei möchte das Team die Projektplanung und den Projektaufbau und -prozess detailliert dokumentieren und die erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen in einen für alle Studierenden zugänglichen Workshop einfließen lassen.

Projektverantwortlicher: Tobias Hirt

Ansprechpartner: Dominik Rudolph

Zukunftswerkstatt Hegel

Ein Museum als Denklabor? Die inter- und transdisziplinäre Projektgruppe aus 24 Studierenden der Fachrichtungen Archtitektur, Kunstgeschichte und Philosophie möchte im Rahmen des Seminars „Stadt. Haus. Philosophie – Hegel in Stuttgart“ ein eben solches museales Denklabor entwerfen. Anlässlich des 250. Geburtstages des Stuttgarter Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel im Jahr 2020 soll hierfür die bereits bestehende Ausstellung im Hegel-Haus kreativ neukonzipiert und -kuratiert werden. Dabei soll ein offener Ideen- und Gestaltungsraum entstehen, der eine Annäherung an Hegel aus verschiedensten Perspektiven ermöglichen und die philosophischen und gesellschaftlichen Grundfragen sowie das Werk und die Wirkung Hegels in den Fokus rücken möchte. Das Hegel-Museum der Zukunft kann adaptiv und diskursiv, real und virtuell und zur Denk-Skulptur werden.

Projektverantwortliche: Ann-Sophie Achterkamp

Ansprechpartner*innen: Spela Setzen, Christian Wadephul 

 
Die geförderten Projekte wurden von einer Fachjury ausgewählt. Mitglieder*innen im WiSe 2017/2018 waren (in alphabetischer Reihenfolge):

Acs, Attila (Vertretung Prof. Markus Allmann) - Universität Stuttgart, Institut für Raumkonzeptionen und Grundlagen des Entwerfens (IRGE)

Beck, Andrea - Stadt Stuttgart, Kulturamt Abteilung Kulturförderung

Haitz, Theresia - Jugendbeirat der Jugendinitiative Nachhaltigkeit Baden-Württemberg

Krug, Tom - Social Impact Lab Stuttgart

Lambarth, Maike - Studentin aus dem im SoSe 2017 geförderten Projekt „Raupe Immersatt“

Otlinghaus, Fritz - Universität Stuttgart, Vorstandsvorsitzender stuvus

Rehm, Simone, Dr. - Universität Stuttgart, Prorektorin für Informationstechnologie (CIO)

Resch, Michael, Prof. - Universität Stuttgart, Leiter Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS)