ISAP

Integrative stadt-regionale Anpassungsstrategien in einer polyzentrischen Wachstumsregion: Modellregion – Region Stuttgart

Aufziehende Gewitterwolken über dem Stuttgarter Talkessel

[Foto: VRS/ C. Hemberger]
Gewitterfront über Asemwald

[Foto: Uni Stuttgart/ W. Mierendorf]
Aufziehender Sturm über Auenwald im Rems-Murr Kreis

[Foto: VRS/ G. Stoppel]

Um was geht es bei „ISAP“?

Für die Modellregion Stuttgart als polyzentrischer, hochverdichteter Raum mit starkem Wirtschaftswachstum ist die Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels eine zentrale Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der Wohn- und Lebensqualität in den 179 Städten und Gemeinden sowie die Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit der Region insgesamt. Dabei ist die Region bereits heute durch massiven sommerlichen Hitzestress und lufthygienische Probleme gekennzeichnet. Starkregenereignisse haben mehrfach wichtige Infrastruktureinrichtungen getroffen. Im Vergleich zu bestehenden textlichen Anpassungsempfehlungen in der Planung und qualitativen Prüfinstrumenten, besteht die Originalität des ISAP-Projekts in der Entwicklung eines quantitativen Anpassungs-Checks, der sowohl Indikatoren zu Anpassungskapazitäten als auch Kosten und Nutzen von Anpassungsmaßnahmen auf stadt-regionaler Ebene umfasst. Auch mit der Entwicklung einer auf Grundlagen der regionalen Klimamodellierung aufbauenden stadt-regionalen hydrodynamischen Starkregenrisikokarte wird Neuland beschritten.

Insgesamt zielt das ISAP-Projekt auf die Verbesserung der Planungsgrundlagen sowie deren Anwendung in Entscheidungsprozessen, um den Einsatz von Klimaanpassungsmaßnahmen als selbstverständlichen und integrativen Teil der räumlichen Entwicklungsplanung zu etablieren. Dazu entwickelt ISAP gemeinsam mit der Region und der Stadt Stuttgart ein neues innovatives stadt-regionales Online-Informations- und Beratungs-system. Das System umfasst dabei erstens passgenaue stadt-regionale Informations- und Analyseinstrumente für die Klimaanpassung, wie Klimadaten, Vulnerabilitäten und Anpassungsnotwendigkeiten, die auch die speziellen Nutzerbedarfe in der Modellregion fokussieren. Hier kann auf den im Jahr 2008 veröffentlichten „Regionale Klimaatlas“ aufgebaut werden. Allerdings sind neben neuen Klimainformationen auch Daten über den zukünftigen Landnutzungswandel sowie zur zukünftigen Entwicklung der gesellschaftlichen Vulnerabilität in das Informationssystem zu integrieren, um Anpassungsnotwendigkeiten zu konkretisieren. Zweitens sind darauf aufbauend Strategien und Werkzeuge zum Anpassungshandeln, wie z.B. der quantitative Anpassungs-Check, Indikatoren und Kriterien zu Anpassungskapazitäten sowie erweiterte Kosten-Nutzen-Methoden, zu entwickeln. Dabei kommen neue integrierte Analyse- und Bewertungsmethoden zum Einsatz. Innovativ ist zudem die dynamischen Perspektive, d.h. Anpassungsnotwendigkeiten sowie Kosten sowie Nutzen von Maßnahmen werden vor dem Hintergrund integrierter Szenarien des regionalen Klima- und Landnutzungswandels sowie des Wandels der Vulnerabilität ermittelt. Neben der regionsweiten Erprobung sollen lokale Fokusgebiete die Praktikabilität des neuen Online-Informations- und Beratungstools ermitteln. Dabei wird die Anwendbarkeit und Nutzerfreundlichkeit für formelle und informelle Planungsinstrumente analysiert und verbessert. Durch den Austausch mit anderen Regionen (national und international) wird sichergestellt, dass die Ergebnisse auch für andere Regionen nutzbar sind. Insgesamt werden die Arbeiten von dem Grundverständnis getragen, Klimaanpassung nicht als solitären Handlungsbaustein zu bearbeiten, sondern als integralen Bestandteil einer kommunalen, kreisweiten oder regionalen Entwicklungsplanung.

ISAP ist eines von sechs Modellvorhaben, die im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme „Regionale Informationen zum Klimahandeln“ (RegIKlim) daran arbeiten, die Klimaanpassungskapazitäten auf der Ebene von Regionen und Kommunen durch digitale Instrumente zu verbessern. Die Maßnahme ist Teil der Leitinitiative „Lokale Klima- und Umweltmodelle für Zukunftsstädte und -regionen" der Digitalstrategie sowie des Aktionsplans "Natürlich.Digital.Nachhaltig" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Fördermittelgeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektträger:
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Laufzeit:
01.08.2020 - 31.07.2023

 

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