Studierende Aktuelle Projekte

Projekte WiSe 2019-20

 

Bamboo Education II – Schulbau in Indonesien

Im August 2018 wurde die indonesische Insel Lombok von mehreren Erdbeben heimgesucht. Die Schule SD islam terpadu Al Hijrah in Rempek lag im Epizentrum der Erdstöße und wurde wie zahlreiche weitere Gebäude komplett zerstört. Das Projekt hat zum Ziel, ein neues Schulgebäude zu errichten, und zwar aus Bambus, einem traditionellen Baumaterial, das ideale Voraussetzungen für erdbebensicherer Bauen erfüllt.

Im Sommersemester erwarben Studierende im Rahmen eines Seminars (Bamboo Education I) Material- und Konstruktionskenntnisse und erarbeiteten einige Entwurfsprojekte. Der beste Entwurf wird gemeinsam mit indonesischen Studierenden (Institut Teknologi Sepuluh Nopember, Surabaya, Universität Hahdatul Ulama NTB, Lombok) und lokalen Partnern im Wintersemester 2019-20 umgesetzt.

Projektverantwortliche: Studierende des Workshops

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Encuentro Delta

In der deutsch-mennonitischen Kolonie Delta in Uruguay soll anstelle eines durch Brand zerstörten Zentrums der Bauernkooperative ein neues Gemeindezentrum errichtet werden. Als Ort der Begegnung und des sozialen Austausches wir es ein Museum, einen Laden und Café unter einem Dach beherbergen. Bei der Planung und Ausführung (ab Februar 2020) legen die Projektinitiatoren besonderen Wert auf Nachhaltigkeit und einfache Reproduzierbarkeit der Bautechnik. Auch auf Verwendung von regionalen Baumaterialien und auf die speziellen klimatischen, ökologischen und ökonomischen Bedingungen wird besonders geachtet. Die Bauaufgabe und ihre gemeinschaftliche Umsetzung sollen den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl stärken und Perspektiven für das Leben auf dem Land eröffnen.

Projektverantwortlicher: Valentin Giesser

 

Hallpa Wasi (3) Khuskuy 

In den Projekten Hallpa Wasi 1 und 2 wurde ein Gästehaus in traditioneller Bauweise als Stampflehmhaus für die Gemeinde Huachón in Peru erbaut. Das neue Projekt schließt hier an und hat zum Ziel, lokale traditionelle Bau- und Gestaltungstechniken mit Lehm zu beleben und zu erhalten. Im Mittelpunkt eines Workshops der peruanischen Studierenden in der Grundschule des Dorfes steht Verwendung des Lehms zur künstlerischen Wandausmalung, von der Herstellung der Farben bis zum fertigen Wandbild. Die Belebung der traditionellen Kunstformen und -techniken spielt im Rahmen der regionalen Entwicklungsstrategie eine identitätsstiftende Rolle. Zum Abschluss des Projekts sind eine Ausstellung und eine Publikation der Ergebnisse geplant.

Projektverantwortliche: Melanie Nogales

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Stadtgrün für Stuttgart – urbanes Lernlabor zur Klimawandelanpassung

Die Auswirkungen des Klimawandels (Hitzewellen, Extremwetterlagen etc.) sind vor allem in den Städten spürbar, sodass Veränderung und Anpassung urbaner Infrastrukturen notwendig sind. Die grüne Infrastruktur (Parks, Alleen, Gärten, Wiesen etc.) wird immer wichtiger, um das Mikroklima zu regulieren, Biodiversität zu bewahren und Begegnung, sowie sozialen Austausch zu fördern. Allerdings ist, so zeigt auch das Beispiel der Stadt Stuttgart, Stadtgrün, seine Pflege und Erreichbarkeit ungleich verteilt, wird unterschiedlich wahrgenommen und gerät bei hohen Bodenpreisen und konkurrierenden Flächennutzungsansprüchen unter Druck. Die Stadtgesellschaft und alle Akteure sind gefragt, innovative Formen des Erhalts, der Entwicklung und Vernetzung von Stadtgrün zu entwickeln. Das Projekt dient diesem Ziel. In urbanen Lernlaboren entwickeln und erproben Projektteilnehmer*innen, Fachleute und Bewohnergruppen neue Stadtgrünkonzepte für Stuttgart. Die Ergebnisse werden in einer Ausstellung im Rathaus der Stadtöffentlichkeit präsentiert.

Projektverantwortliche: Vera Köhler

 

The Bamboo Route

Das Projekt "The Bamboo Route" soll Architekt*innen, Künstler*innen, Ingenieur*innen und Studierenden die vielseitige, einheimische Architektur und Traditionen Indonesiens näher bringen. Im Mittelpunkt stehen hierbei der Umgang und die Verwendung von Bambus - einem ganz besonders nachhaltigen Baustoff für Konstruktionen und Wiederaufbauvorhaben nach Naturkatastrophen. Im Rahmen eines Workshops in Weelewo lernen die Teilnehmer*innen ihr gesammeltes Wissen in der Praxis anzuwenden. Dies geschieht insbesondere im Kontext der Globalisierung, der Modernität und dem rasanten Städtewachstum – Faktoren die dazu beitragen, dass tradierte Bautechniken zunehmend verdrängt werden und in Vergessenheit geraten. Das Projektteam möchte die lokale Bevölkerung aus diesem Grund zu einem selbstbewussten Umgang mit ihrem kulturellen Erbe ermutigen.

Projektverantwortlicher: Leolo Laubinger

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Die Fachjury  (in alphabetischer Reihenfolge):

 

Binz, Hansgeorg, Prof. Dr. - Universität Stuttgart, Rektorat, Prorektor für Lehre und Weiterbildung

Dahy, Hanaa, Jun.-Prof. Dr.-Ing. Arch. - Universität Stuttgart, Institut für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen (ITKE), Juniorprofessorin für Biomaterialien und Stoffkreisläufe in der Architektur

Häußler, Ralf - Zentrum für Entwicklungsbezogene Bildung (ZEB), Evangelische Landeskirche in Württemberg

Kälberer, Elif - Architekturstudentin und Mitinitiatorin des Projekts „ADAPTER für wohnraum in temporärem leerstand“

Rudolph, Dominik - Universität Stuttgart, Internationales Zentrum für Kultur und Technikforschung (IZKT), Wissenschaftlicher Mitarbeiter