Lehrende Aktuelle Projekte

Projekte SoSe 2020

 

Hitze im Kessel – Stuttgart wird cooler

Dr. Elke Uhl, Internationales Zentrum für Kultur- und Technikforschung

Extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren, Starkregen oder Hochwasser, die mit der globalen Erderhitzung einhergehen, werden laut Berichten des Weltklimarates (IPCC) in den nächsten Jahrzehnten deutlich zunehmen. In dem großstädtischen Ballungsraum Stuttgart staut sich bei windschwachen Hochdrucklagen die Hitze im Talkessel der Innenstadt, sodass es auch nachts nicht ausreichend abkühlt (tropische Nächte). Zudem steigt die Konzentration von Schadstoffen (Feinstaub, Kohlenmonoxid, Ozon) deutlich an. Der Hitzestress und die eingeschränkte Frisch- und Kaltluftluftzufuhr stellen für Gesundheit, Wohlbefinden und Arbeitsleistung der Bevölkerung eine hohe Belastung dar.
In diesem transdisziplinären Projektseminar werden urbane Klimaanpassungsstrategien diskutiert, komplexe Wechselwirkungen zwischen Klima(wandel), gebauter und sozialer Umwelt, technische und mentale „Infrastrukturen“ beleuchtet, konkrete Bedarfe jeweiliger Stuttgarter „Hotspots“ identifiziert und konkrete Lösungsvorschläge für ausgewählte Quartiere in der Stuttgarter Innenstadt anhand von Expertenvorträgen, Stadtspaziergängen und einem Bürgerworkshop als Partizipationsprojekt erarbeitet. Das Konzept wird experimentell vor Ort umgesetzt.

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Life Cycle Thinking

Thomas Betten, Institut für Akustik und Bauphysik, Fakultät 2

Das Modul „Ökobilanz und Nachhaltigkeit“ wird im Rahmen des Lehrprojekts durch den Lebenszyklusgedanken als zentrales Forschungsobjekt in der Vorlesung ergänzt, da sonst selten sämtliche Aspekte der Nachhaltigkeit abgedeckt werden. Das Lehrprojekt zielt darauf ab, die bestehenden Inhalte des Moduls „Ökobilanz und Nachhaltigkeit“ besser zu verknüpfen und um zeitgemäße hochschuldidaktische Konzepte wie Peer-Interaktionen, Flipped Classrooms zu erweitern. Die Verknüpfung der einzelnen Themen zu einem Gesamtkonzept soll die Studierenden dazu befähigen, nachhaltige Entwicklung selbst in ihrer Aufgabe als Ingenieur*innen und Privatpersonen mitzugestalten.

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Der öffentliche Raum und die Gesellschaft – Wem gehört die Stadt?

Prof. Dr. Daniela Winkler, Institut für Volkswirtschaftslehre und Recht, Fakultät 10

Die Urbanisierung beschreibt nicht nur die Vergrößerung der Stadtbevölkerung, sondern auch den Wandel des Lebens in der Stadt. Die Stadt wird immer mehr zu einem Ort der sozialen Interaktionen, ein Ort des Fortschritts, in welchem stets neue Ideen, neue Kulturen und neue Formen des Zusammenlebens entstehen. Um dieses Zusammenleben und den gesellschaftlichen Austausch zu fördern, brauchen die Städte zentrale Orte, die für jedermann frei und kostenlos zugänglich sind und einen Treffpunkt für Menschen darstellen. Im Rahmen dieses Seminars analysieren Studierende verschiedene Beteiligungsprojekte, die die Gestaltung des öffentlichen Raums thematisieren. Anhand dessen werden die Studierenden partizipative Konzepte zur Umwandlung freier Flächen in öffentliche Räume erarbeiten, Strategie und Verbesserungsvorschläge herausarbeiten und Leitfäden zum idealen Projektablauf erstellen. Anschießend werden die Projekte als „Demokratie-Fest“ der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Gesellschaftlich-historische Auswirkungen der Katastrophen der Dichtungstechnik

Dr.-Ing. Frank Bauer, Institut für Maschinenelemente, Fakultät 7
Dr. Julia Zons, Historisches Institut, Fakultät 9

Die Vortragsreihe „Dichtungstechnik” betrachtet bislang nur den technischen Aspekt von Dichtsystemen. Welche Folge Ausfälle von Dichtsystemen auf Gesellschaft und Umwelt haben können, wird nur beiläufig erwähnt. Das interdisziplinäre Seminar soll die fachlichen um die fachfremden Perspektiven erweitern und kombinieren: Im Lehrprojekt werden die kurz- und langfristigen gesellschaftlich-historischen Auswirkungen der Katastrophen der Dichtungstechnik recherchiert, aufbereitet und auf Ihre Bedeutung hin betrachtet. Die Studierenden entwickeln und bewerten dabei Verbesserungsmaßnahmen, um den Zusammenhang zwischen ihrem berufsmäßigen Handeln und den möglichen Folgen für Mensch und Umwelt zu verdeutlichen. Denn sie tragen wesentlich zu zukunftsfähigen Ingenieuren und Historikern bei, die ihre Erfahrung bedarfsgerecht an die Gesellschaft weitergeben werden.

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Verantwortungsvolles Entwickeln von KI-Algorithmen für autonomes Fahren

Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Michael Weyrich, Institut für Automatisierungstechnik und Softwaresysteme, Fakultät 5

Neue Verfahren der Künstlichen Intelligenz für autonome Systeme werfen Fragen hinsichtlich einer korrekten und ethisch akzeptablen Entwicklung auf. Das Lehrprojekt wird theoretische Kenntnisse um praktische Erfahrungen im Bereich der Erstellung von KI-Algorithmen zur Steuerung von autonomen Systemen erweitern und Demonstratoren verwenden, die sowohl die Technik als auch die Diskussion ethischer Fragestellungen erlauben. Die Studierenden werden einen Notbremsassistenten sowie eine Funktion zur vollautomatischen Bildung einer Rettungsgasse in der Simulation realisieren. In der Simulation können zudem ethische Aspekte verdeutlicht und Lösungsalternativen aufgezeigt sowie erörtert werden.

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Mein, dein, unser Deutschland? Wir gestalten mit!

Barbara Burr, Michael Pandey, Dipl. Pol. Birgit Wang, Sprachenzentrum Universität Stuttgart

Ein interkultureller und disziplinärer Kurs, der den Begriff „Bürger*in“ aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und die Studierenden vor den je eigenen biographischen und kulturellen Hintergrund reflektieren lässt. Hierbei werden gesellschaftliche Ansichten grundlegend hinterfragt und damit spezifische Handlungsfähigkeiten erworben, durch die nachhaltig vorausschauendes Denken und Handeln erst möglich werden. Diverse Impulsvorträge von fachkompetenten Vertreter*innen begleiten dabei die Studierenden. Die Kooperation mit der Stuttgarter Stiftung Geißstraße ermöglicht den Teilnehmer*innen ein Diskussionsforum. Die Resultate werden anschließend als Online-Publikation erstellt.

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Lernlabor Nachhaltigkeit

Prof. Dr.-Ing. Michael Resch, Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart und Institut für Höchstleistungsrechnen, Fakultät 4

Der Fokus des Lernlabors liegt auf der Förderung von nachhaltigem Denken und Handeln. Am Beispiel von Nachhaltigkeitsaktivitäten an der Universität und einer praktischen Umsetzung werden die Studierenden angeregt, über Nachhaltigkeit in ihrem eigenen angestrebten beruflichen Umfeld zu reflektieren. Sie erlangen Einblicke in die Grundlagen des Projektmanagements, Kreativitäts- und Präsentationstechniken. Ein interdisziplinäres Team aus Studierenden wird abschließend ein Praxis-Projekt zur Nachhaltigkeit auf dem Campus entwickeln und durchführen.

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Rethinking building materials

Jun.-Prof. Dr.-Ing. Arch. Hanaa Dahy, Institut für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen, BioMat – Biobasierte Materialien und Stoffkreisläufe in der Architektur, Fakultät 1

Die Grundlage für dieses Seminar ist ein Forschungsprojekt, bei dem aus Hanfbaststreifen zusammen mit einem Bioharz durch Pultrusion Leichtbauprofile und durch Strohfasern im Heißpressverfahren, Knoten entwickelt werden. Hauptbestandteil dieses Seminars ist der Einblick und die Einsicht in die Welt alternativer Baustoffe und das Erlernen, der Umgang mit Baustoffen auf ressourcenschonenden Methoden. Die Studierenden werden über die alternativen Materialien im Bausektor aufgeklärt und werden in einem konkreten Projekt bis zum Maßstab 1:1 Erfahrungen sammeln, um den Umgang und die Herstellung mit nachwachsenden Rohstoffen zu erlernen. Die Studierenden lernen durch einen eigenen Forschungsanteil, experimentieren und verarbeiten die Materialien selbst.

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Weinbergkapelle / Haus der Stille, Fellbach

Dipl. Ing. Kyra Bullert, Institut für Raumkonzeptionen und Grundlagen des Entwerfens, Fakultät 1

Während der Ausbildung kommen Studierende und Auszubildende der Bereiche Architektur und Handwerk wenig in Kontakt – ein Umstand der sich bei der Realisierung von Bauprojekten nicht selten als problematisch erweist. Die sich daraus ergebenden Kommunikationsschwierigkeiten gilt es abzubauen und stattdessen den Austausch zu fördern und die Chancen zu nutzen. Auf Initiative eines Bürgervereins, eines Fellbacher Architekten und Berufsschullehrers soll ein möglicher Wiederaufbau einer Kapelle in Fellbach ohne konfessionelle oder religiöse Bindung als Ort der Stille untersucht werden. Für den Entwurf und die angestrebte Realisierung steht eine transdisziplinäre Kooperation zwischen Berufsschüler*innen aus dem Bereich Bautechnik und Architekturstudierenden der Universität Stuttgart im Vordergrund.

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Integration des Fehling-Labs in die Lehramtsausbildung der Fakultät Chemie

Dr. Marco Spurk, Fehling-Lab, Fakultät 3

Im Lehr-Lern-Labor des Fehling-Labs experimentieren jährlich über 5.500 Schüler*innen. Sie werden angeleitet durch Studierende des Lehramts, die so praxisnah das Unterrichten erlernen. Dieses Mal wird der Fachbereich Chemie integriert, um allen Lehramtsstudierenden eine praxisnahe Ausbildung zu ermöglichen. BNE wird integrativer Bestandteil u.a. bei der Abfallvermeidung- und Entsorgung, Gefahrenvermeidung, Energieverbrauch und Teamarbeit zur Ressourcenersparnis. Nach einem sechstägigen Blockpraktikum können die Studierende das Erlernte mit Schülergruppen praktisch erproben und optimieren. An drei weiteren Terminen unterrichten sie Schüler*innen der Sekundarstufe, wobei sie durch erfahrene Lehrkräfte begleitet werden. Das Lehr-Lern-Labor verbessert damit die Ausbildung durch Praxisnähe und steigert den Wissens- und Erfahrungstransfer durch betreuende Lehrkräfte und die Eingliederung von Experimenten im Chemieunterricht.

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Die Fachjury (in alphabetischer Reihenfolge):

Allmann, Markus, Prof. Dipl.-Ing.– Universiät Stuttgart, Institut für Raumkonzeptionen und Grundlagen des Entwerfens, Institutsdirektor

Lion, Markus, M.A.– Universität Stuttgart, Koordinierungsstelle Wissenschaftliche Weiterbildung (KWW), Leiter der KWW, Stellvertretender Leiter des Zentrums für Lehre und Weiterbildung

Moutafidou-Heining, Nana – Universität Stuttgart, Prorektorat, Persönliche Referentin des Prorektors Prof. Dr. Hansgeorg Binz für Lehre und Weiterbildung

Sonnberger, Marco, Dr. – Universität Stuttgart, Zentrum für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung, Sprecher Themenbereich Nachhaltigkeit und Transformation, Wissenschaftlicher Mitarbeiter