Sternenstaub und Raumfahrttechnik: Ausflug ins IRS

Im November schauten wir uns im Rahmen des AgileUS-AUSflugs das IRS (Institut für Raumfahrsysteme) der Uni Stuttgart an. Das Raumfahrtzentrum Baden-Württemberg ist eine der größten universitären Forschungsstätten Europas im Bereich der Raumfahrt.

Ende März gibt es eine weitere Führung beim IRS. Zur Anmeldung 🚀 

 

Das Modell des Flying Laptop.

Im Foyer des Instituts für Raumfahrt (IRS) herrscht vorweihnachtliche Stimmung, der Tannenbaum, geschmückt mit kleinen Satelliten-Modellen und einer Rakete an der Spitze, ist ein echter Hingucker. Gleich neben dem Baum befinden sich zwei Kleinsatelliten-Modelle, die in Zusammenarbeit mit Studierenden entwickelt und gebaut wurden: Flying Laptop (ca. 100 kg) und SOURCE (Stuttgart Operated University Research CubeSat for Evaluation and Education) (ca. 3-4 kg). Dr. Dörte Mehlert, zuständig für Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit am Institut, erklärt uns deren Aufbau und wichtige Details. Der Fyling Laptop konnte bereits erfolgreich im All getestet werden, der zweite wird voraussichtlich Anfang 2027 starten. 

Dörte Mehlert führt uns in die Satellitentechnik ein.

Als nächstes betreten wir den Kontrollraum. Die Kulisse erinnert an Filme über Raumfahrt, wie beispielsweise „Apollo 13“. Es ist ein Raum voller Computer, die zu zwei großen Bildschirmen ausgerichtet sind. Darauf ist links eine Weltkarte mit der Laufbahn der Satelliten zu sehen und rechts die live Überwachung der Messtation auf dem Dach des Gebäudes. Dort werden die Signale bei einem Überflug abgefangen, die dann in diesem Raum weiterverarbeitet werden. Das passiert zweimal täglich.

Hier begegnen wir einem weiterem Modell, dem des Satelliten EIVE (Exploratory In-Orbit Verification of an E/W-Band Satellite Communication Link). Dieser wurde bereits gestartet und hat im April 2025 seine Mission planmäßig beendet bzw. ist in der Atmosphäre verglüht. 

Der Kontrollraum, in dem die Signale der Satelliten abgefangen werden.
Christian Mayer zeigt ein Modell des Raumschiffs, in dem sich die Kapsel befindet.
Eine Besucherin beim Ausprobieren des Flugsimulators.

Bremsen im All? – Fehlanzeige!

Der nächste Bereich, den wir erkunden, beschäftigt sich mit der bemannten Raumfahrt und dadurch mit allem, was Lebenserhaltungssysteme angeht. Mitten im Raum steht der Raumflugsimulator. Es handelt sich um einen Nachbau der Raumkapsel des russischen Raumschiffs Sojus in Originalgröße. Studierende der Raumfahrt kennen diesen Raum gut: In einer Vorlesung besteht die Prüfung neben der Theorie der Raumfahrt auch aus einem praktischen Teil, der in diesem Simulator absolviert wird. Der Bildschirm zeigt, was man durch ein Periskop in der Raumkapsel sehen würde. Die Aufgabe besteht darin, möglichst mittig an die Raumstation heranzufliegen, um andocken zu können.

Das dürfen auch einige aus unserer Gruppe ausprobieren. Ziel ist es, den roten Pfeil auf dem Bildschirm in den markierten Bereich zu bringen. Was einfach klingt, erschwert ein entscheidender Umstand: Die Schwerelosigkeit. Es gibt keinen Bremswiderstand. Vorstellen kann man sich das wie auf einer rutschigen Eisfläche: Bewegt man die Steuerung zu stark nach rechts, wird man durch den geringen Widerstand im All unendlich in diese Richtung treiben. Erst beim Gegensteuern erzielt man einen bremsähnlichen Effekt. Kaum vorstellbar ist auch die Geschwindigkeit des Raumschiffs, um von der Erde ins All zu starten: 10 km pro Sekunde, das sind 36.000 km/h.

Zum Schluss des Ausflugs besuchen wir noch die Halle mit elektrischen Antrieben und den Plasmawindkanälen. Dort berichtet uns der Promovend Johannes Oswald engagiert von seinen aktuellen Forschungen und gibt Einblicke in die Komplexität der Themen. 

Ein Dankeschön an Dörte Mehlert, die uns die spannende Führung ermöglicht hat!

Text: Karolina Laksa

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